Diisocyanate unter REACH

REACH wurde 2006 verabschiedet und steht für Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung der Chemikalienverordnung. Es handelt sich um eine europäische Verordnung, die darauf abzielt, den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor potenziellen Risiken durch chemische Substanzen zu verbessern. Gleichzeitig wird die globale Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der EU sichergestellt. Im Gegensatz zu früheren Rechtsvorschriften trägt REACH die Beweislast für die Industrie. Um die Verordnung einzuhalten, müssen Unternehmen Risiken korrekt identifizieren und steuern. Im Gegenzug müssen die Chemiehersteller der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) nachweisen, wie ein Stoff sicher verwendet werden kann, und ihren Anwendern alle Risikomanagementmaßnahmen mitteilen.

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat die Verordnung eine Reihe von Prozessen eingeführt, die in den letzten Jahren eine große Reaktion der chemischen Industrie und ihrer Wertschöpfungsketten erforderlich gemacht haben.

Beschränkung

Eine Einschränkung dient dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor inakzeptablen Risiken durch Chemikalien. Einschränkungen können die Herstellung, das Inverkehrbringen oder die Verwendung eines Stoffes einschränken oder verbieten. In bestimmten Fällen, wie bei Diisocyanaten, bei denen das Produkt in zahlreichen Anwendungen verwendet wird, können die Behörden beschließen, die Entwicklung gezielter Initiativen zur Produktverantwortung zu fordern. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Arbeitnehmer, die direkt mit den Substanzen interagieren, informiert und geschult werden, um die mit ihrer Handhabung und ihrem engen Kontakt verbundenen Risiken zu bewältigen.

REACH Beschränkung auf Diisocyanate

BAuA, die zuständige deutsche REACH-Behörde (CA), zeigte besonderes Interesse an den sensibilisierenden Eigenschaften von Diisocyanaten am Arbeitsplatz (wenn diese nicht ordnungsgemäß gehandhabt werden).

Um die Situation zu klären und das beste politische Instrument zu ermitteln, haben die deutschen Behörden beschlossen, eine Risikomanagement-Optionsanalyse (RMOA) durchzuführen. Die Übung wurde im August 2014 abgeschlossen, und Deutschland empfahl eine einzigartigere Beschränkungsroute, indem es obligatorische Schulungen vorschlug, die die Sicherheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz, die mit Diisocyanaten umgehen, gewährleisten. Im Oktober 2015 hat die BAuA offiziell ihre Absicht registriert, ein Restriktionsdossier zu erstellen. Das Dossier wurde im Oktober 2016 offiziell an die ECHA gesendet und im Dezember 2017 von der ECHA angenommen.

Am 4. Februar 2020 stimmte der REACH-Ausschuss für den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine REACH-Beschränkung für Diisocyanate. Die Beschränkung wurde am 4. August 2020 veröffentlicht und gilt ab dem 24. August 2023 nach einer Übergangsfrist von 3 Jahren.

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Anforderungen im endgültigen Rechtstext der Einschränkung.